Professor Dr. Detlef Müller-Böling

Lions und Toleranz

2015_02_19 Lions DoHanse

Zum 25. Jubiläum der Gründungsversammlung  des Lions Club Dortmund-Hanse fuhren Christine und ich gestern freudig nach Dortmund, um mit den Freunden dort unsere vielen gemeinsamen Jahre zu feiern. Neben hervorragendem Essen gab es schöne Bilder mit Menschen in den verschiedensten Altersstufen, mit tollen Brillengestellen und Frisuren …

Darüber hinaus durfte ich in der Festrede betonen, dass einer der Grundgedanken der Lions-Bewegung, Toleranz, sowohl im Gemeinwesen allgemein wie auch innerhalb eines Lions Clubs zu pflegen ist. Wenn wir uns heute mit Zuwanderern so schwer tun in Deutschland, dann hilft auch ein Blick in die Geschichte. Die Hugenotten wurden beispielsweise vom Staat Preußen mit vielen Privilegien – eigenes Rechtssystem, Sprache, Religionsfreiheit, finanzielle Zuschüsse – ins Land gelockt, von der Bevölkerung aber vehement abgelehnt bis hin zu Brandstiftungen ihrer Häuser. Innerhalb von 100 Jahren jedoch kehrte sich die Lage um. Die preussische Bevölkerung übernahm vielfältige Errungenschaften der Hugenotten, nicht nur Weißbier und Spargel, und die Hugenotten heirateten überwiegend Deutsche. Das war Akkulturierung statt Integrierung, d.h. von beiden Kulturen das Beste übernehmen. Ganz anders bei den Polen die vor dem Ersten Weltkrieg ins Ruhrgebiet kamen. Von den rund 500.000 polnischen Immigranten, die gerne bleiben wollten, wurde von Anfang an erwartet, dass sie deutsch sprachen, ihre Heimatvereine wurden behindert oder verboten, ihre Kinder zwangsintegriert. Ende der zwanziger Jahre waren rund 350.000 wieder abgewandert. Das war der Versuch, sie um jeden Preis zu Deutschen zu machen. Einen Ausschnitt aus diesem Teil der Rede kann man hier nachlesen.

Im Lions Club Dortmund-Hanse habe ich eine andere Kultur erlebt. Dort herrschte gegenüber den Ideen von Präsidenten oder Activity-Beauftragten, die mit neuen Ideen kamen stets eine offene Stimmung, auch wenn man anderer Meinung war. Denn

„Toleranz ist der Verdacht, dass der andere recht haben könnte.“  wie Kurt Tucholsky es so schön ausdrückte.

Und so war über die 25 Jahre viel Platz für unterschiedliche „Rechthaberei“ in diesem Club zur Bereicherung für uns alle.

Danke Hanse-Lions für 25 schöne Jahre und einen wunderbaren Abend!

Und hier dank Marianne und Volker Pommrich einige Bilder aus 25 Jahren:

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Und von der Festveranstaltung:

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