Es gibt viele Segelreviere in Nordrhein-Westfalen – übrigens das Bundesland mit den meisten Seglern im Deutschen Seglerverband. Auf den meisten bin ich in meinem Regattaleben schon gewesen. Auf dem Halterner Stausee aber noch nie.
Jetzt war es aber doch so weit. Es gibt dort eine Yardstick-Regatta, bei der die unterschiedlichsten Boote vom Opti für Kinder bis zu J/70 um die Tonnen segeln und die Sieger nach einer Formel, in die die unterschiedlichen Bootsgeschwindigkeiten eingehen, errechnet werden. Über 60 Boote waren gemeldet, darunter auch zwölf 2.4mR, die aber einen eigenen Start sowie eine eigene Sonderwertung erhielten.
Ich hatte das Vergnügen, nicht nur mit Reiner, sondern auch mit Enkel 1 nach Haltern zu fahren, so dass ich rundum versorgt wurde und nur noch segeln musste, was sehr sachverständig vom Enkel kommentiert wurde. Einkranen, dank Josef vom Segelclub Prinzensteg völlig unproblematisch, tiefliegender Stegplatz vorbildlich. Sonnenschein an beiden Tagen, Wind um 10 kn aus nördlicher Richtung. Am Start dann aus verschiedensten Gründen nur noch acht, dafür hochmotivierte 2.4er Segler.

Zum ersten Start suchte ich mir die Mitte der Startlinie aus, weil es auf der Kreuz drehende Winde gab und ich nicht wusste, wann mehr von links oder rechts. Das erwies sich als goldrichtig. Bei jedem Dreher ging ich mit und war Erster am Luvfass, einen Platz, den ich nicht mehr abgab. Die zweite Wettfahrt unmittelbar im Anschluss war schon etwas herausfordernder. Die Gegner taten es mir nach, so dass ich beim Start in einem Pulk lag, der nicht so gut weg kam. Durch konsequentes Aussegeln der Dreher schaffte ich es aus dem Pulk heraus nach vorne, allerdings hinter Henning Rehe nur auf den zweiten Platz. So blieben wir auch bis wir die zweite Kreuz begannen. Henning fuhr nach rechts, ich nach links. Die Kielboote waren noch nicht gestartet, sondern hatten noch vier Minuten, als ich ganz auf der linken Seite an deren Startlinie kam, während Henning rechts durch die vielen dort bereits kreisenden Kielboote abgebremst wurde. Den Rest konnte ich mir dann von vorne anschauen. Zwei von drei Wettfahrten waren damit gut für mich gelaufen.
Am Sonntag warteten wir lange, bis der Wettfahrtleiter uns rausschickte, wobei der Wind besonders tricky und unstet war. Mein Start in der Mitte der Linie war diesmal nicht so optimal. An der Luvtonne war ich dann zwar Zweiter, auf dem Raumschotskurs, kamen dann aber alle wieder zusammen, mit dem Ergebnis, dass ich auf der zweiten Kreuz Vorletzter, teilweise Letzter war. Die abschließende Kreuz ins Ziel begann ich dann immer noch auf dem 6. Rang, fuhr diesmal aber nach rechts und so überholte ich noch drei Boote, die links fuhren. Damit 3. im Ziel und Gesamterster.

Die zwei Tage waren geprägt von einem sehr freundschaftlichen Segeln ohne Regelverletzungen oder „enge“ Situation unter uns 2.4mR-Seglern. Am Samstag saß ich mit Dirk beim Essen und meinte, sein Mast stünde zu weit hinten und zu gerade. Wir holten ein Maßband und ermittelten, dass er 5,77m „Neigung“ hatte (anstatt ca. 5,64m). Ich setzte mich ins Schiff und stellte fest, der Mast stand überhaupt nicht auf dem Bolzen, sondern dahinter. Wir bereinigten diesen „Missstand“ und Dirk fuhr am Sonntag wie entfesselt als Erster um die Luvtonne und Vierter ins Ziel. Den Rest des Tages bekam er das entspannte Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht.
Überhaupt war viel Freude bei ungeteiltem Lob für den Veranstalter zu konstatieren. Immerhin waren rund 100 Seglerinnen und Segler zu verköstigen und das nicht mit Essen vom Caterer, sondern von den Mitgliedern mit Abendessen, Frühstück und Kaffee und Kuchen nach der Regatta. Eine großartige Leistung und Dank an Euch in Haltern.
Hallo Detlef! Habe zwei übereinanderliegende Texte in Schwarz und rot auf dem bildschirm. Text gelesen- klasse passt genau. Matthias
Lade die Seite einfach noch mal. Bei mir ist das auf keinem Gerät doppelt und zweifarbig.