Professor Dr. Detlef Müller-Böling

Überzeugend verklickern

Andreas HenkeAndreas Henke 2004_27_09
Pressesprecher der Bertelsmann Stiftung

Lieber Herr Müller-Böling, gibt man bei Google Ihren Namen ein, werden 29.100 Treffer angezeigt. Darunter ein Dokument mit einer Laudatio auf Hans N. Weiler, den Sie als „Hans im Glück der Hochschulreform“ bezeichnen. Bei UNICUM.de kann man einem Fragebogen entnehmen, dass Sie als Kind den Wunsch hatten, Meteorologe beim ZDF zu werden. Die Zeit nennt Sie in Anspielung auf Ihr Hobby „Segeln“ den „Lotsen aus Gütersloh“.

Glück war jedenfalls nicht im Spiel, als Sie bei ungünstiger Großwetterlage im deutschen Hochschulsystem mit der CHE-Jolle die Leinen losmachten. Hilfreich waren dabei Ihre Kenntnisse in Meteorologie und Ihre Navigationskünste. Als erfahrener Steuermann konnten Sie den Gegenwind immer zum Vortrieb nutzen. Bei der Verkündung Ihrer Botschaften haben Sie kein Seemannsgarn gesponnen. Daher werden Sie auch keinesfalls als „Käpt´n Blaubär der Hochschulreform“ in das Logbuch der Bildungspolitik eingehen.

Als „unauffällig allgegenwärtig“ hat Sie DIE ZEIT bereits drei Jahre nach der Gründung des CHE charakterisiert. Übersetzt in die Seemannssprache heißt das: Nirgendwo sind Sie als aufgetakelte Person aufgekreuzt. Sie haben sich nicht den Wind aus den Segeln nehmen lassen, sondern klar Schiff gemacht und die Ziele des CHE überzeugend verklickert.

Damit sind wir bei der Öffentlichkeitsarbeit des CHE, deren Erfolg ganz wesentlich auf Ihrer hohen Glaubwürdigkeit beruht. Universitäten müssten autonom, wissenschaftlich, profiliert, wettbewerblich, wirtschaftlich und international sein, haben Sie auf der ersten großen Konferenz des CHE im Januar 1995 in Gütersloh gesagt.

Wenn Sie diesem Ziel ein großes Stück näher gekommen sind, ist das nicht nur auf inhaltliche Exzellenz, sondern auch auf Ihr Kommunikationstalent zurück zu führen. Dieses gründet neben der Glaubwürdigkeit auf Kompetenz, Vertrauenswürdigkeit, Plausibilität, Akzeptanz, Verlässlichkeit und die Fähigkeit zum offenen Dialog – auch bei Gegenwind.

Vielen Dank für spannende 14 Jahre auf hoher See und vor allem dafür, dass Sie mir nie das Gefühl vermittelt haben, der „Hein Blöd der Öffentlichkeitsarbeit“ zu sein.

Ihr

Andreas Henke

1997 PK Andreas Henke Leitungsstrukturen

Pressekonferenz mit Andreas Henke und Minister Steffen Reiche, Potsdam, zum CHE-Symposium „Leitungsstrukturen“

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