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Regatta in friedlicher Umgebung

Regatta in friedlicher Umgebung
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Zugegeben zur Regatta nach Tschechien vom 26. bis 28. September bin ich nicht wegen des Treffens vieler bekannter Freunde oder besonderer seglerischer Herausforderungen gefahren. Der Máchovo Jezero ist ein schönes Gewässer in reizvoller etwas bergigen Gegend. Auch das war nicht der Grund für die Teilnahme am Tschechischen Grand Prix in der 2.4mR Klasse. Nein, ich wollte die Menschen persönlich kennenlernen, die die 2.4mR Klasse in Kyiv, Ukraine, fördern, insbesondere für Soldaten, die durch den Krieg behindert sind, weil sie z.B. Gliedmaßen verloren haben. Die 2.4mR Klasse im Segeln ist ja die inklusivste Sportart überhaupt; denn Menschen mit und ohne Behinderung segeln in den gleichen Booten ohne jede Vergütung absolut chancengleich gegeneinander.

Mit Förderern der 2.4mR Klasse in der Ukraine: Commodore Gennadii Starikov und Kateryna Tiapkina

Bereits vor einiger Zeit hatte ich Kontakt zum Kyiv Yacht Club Kontakt aufgenommen und in meiner Eigenschaft als einer der Initiatoren von Actions4Europe, einer europäischen Regattaserie, bereits eine Sammlung von Segeln und Geld veranstaltet und nach Kyiv geschickt. Nun wollte ich die Segelfreunde aus der Ukraine kennenlernen und sie mit weiterem Bootszubehör noch leistungsfähiger machen. Reiner und ich hatten alle unsere Kisten und Bestände durchsucht und viel gefunden, was wir seit etlichen Zeiten nicht mehr benutzt hatten und sicherlich nie mehr benutzen würden. Es kam einiges zusammen: Ein Mast, ein Satz Segel von 2023 mit Großsegel, Leicht- und Schwerwetterfock, etliche Beschläge, Baumniederholer, Bootspersenning, neuen (gewonnenen) Bootswachs und etliches mehr. Am ersten Tag vor den Wettfahrten kamen wir zusammen und ich bot ihnen das alles an. Es war ungemein beglückend, ihre Freude darüber zu erleben. Bisher hatte ich verschiedentlich für Medikamente oder Stromaggregate in der Ukraine Geld gespendet. Aber dieser direkte Austausch war etwas ganz Anderes und ein besonderes Erlebnis für mich. Später, als sie mich Vorwindsegeln gesehen hatten, kamen sie und fragten, wie ich das denn mit dem Mast mache, dass der mit der Mastspitze nach vorne fällt. Ich erläuterte ihnen den Beschlag unter dem Mast, mit dem der Mast nach vorne und nach hinten rollen kann. Später hatten wir dann noch schöne Gepräche über Segeln, Berufe u.a. Über den Krieg und die Situation in Kyiv sprachen wir nicht, aber es war offensichtlich, dass sie die friedliche Situation genossen.

auf dem Máchovo Jezero

Gesegelt wurde dann in Tschien natürlich auch noch. Am Samstag mussten wir lange warten bis sich ein Wind aus Südsüdost mit 5 Knoten aufbaute. Ich startete mit Daniel Bina auf der linken Seite und die war richtig. Wir beide waren erst mal vorne. Auf der letzten Vorwindstrecke blieb bei Daniel etwas links von mir der Wind weg, ich überholte ihn und gewann dann auch die Zielkreuz. Ein guter Einstand.

Siegerpils

Am zweiten Tag kam der Wind etwas früher und war auch in den Böen etwas stärker. Mit einem 3., einem 1. und zwei 2. Plätzen setzte ich mich von den anderen bereits deutlich ab, zumal mich bei den zwei 2. Plätzen einmal Daniel Bina und dann Patrick Hasset nur jeweils um eine halbe Bootslänge schlugen. Für Patrick aus Irland war es sein erster Sieg überhaupt und ich freute mich mit ihm.

Detlef und Patrick

Der dritte Tag, ein Montag und Feiertag in Tschechien, brachte den gleichen Wind, nun in den Böen noch etwas stärker mit bis zu 13 Knoten. In der ersten Wettfahrt des Tages legten Daniel und Patrick einen Fehlstart hin. Damit konnte ich entspannt segeln und ein 3., 2. und 5. reichten für den Gesamtsieg, wobei bei mir als schlechteste Platzungen ein 3. und der 5. gestrichen wurden. Da hatten die Konkurrenten höhere Streicher, ich aber insgesamt noch 3 Punkte weniger als der Zweitplazierte. Nach dem Sieg in der ersten Regatta des Jahres auf dem Baldeneysee war das ein schöner zweiter Gesamtsieg.

v.l.n.r. Daniel Bina (2. Platz), Detlef Müller-Böling (1. Platz), Alexander Sadilek (3 Platz)

Alles in allem war das ein friedliches Wochenende im entspannten freundschaftlichen Umgang mit Teilnehmern aus sechs Nationen, mit einer perfekt arbeitenden Regattaleitung und mit vielen uneigennützigen Helfern, die Boote und einige behinderte Segler in die Boote kranten, alles unaufgeregt und perfekt organisiert. Das ist Regattsegeln im europäischen Kontext in dieser wunderbaren Bootsklasse 2.4mR.

Ergebnisse

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