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Kein Glück und dann noch Pech

Kein Glück und dann noch Pech
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Zuerst hatte ich kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu. Mit dieser Formel kann man sehr gut meinen Einsatz bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft vom 4. bis 6. August auf dem Wannsee in diesem Jahr beschreiben. Von den zahlreichen eigenen Fehlern ganz zu schweigen. Aber der Reihe nach …

Der erste Tag gehörte zu den bisher heißesten in diesem Jahr. Das Thermometer stieg in Berlin auf 38 Grad im Schatten, den wir den ganzen Tag suchten. Denn auf´s Wasser ging es glücklicherweise nicht bei völlig unsteten Winden aus keiner konstanten Richtung.

Am zweiten Tag war dann besserer Wind aus NNO auf NNW drehend bei „nur“ 26 Grad angesagt und um 11 Uhr sollte es losgehen. Schnell zeigte sich aber, dass es mit der Wettervorhersage nicht so weit her war. Ich kam gut am Startschiff weg und nach kurzer Zeit konnte ich die Luvtonne anliegen, weil der Wind weiter auf NO drehte. Alle die in der Mitte oder am anderen Ende der Startlinie gestartet waren, befanden sich nach kurzer Zeit weit hinter mir. Dass diese Wettfahrt berechtigterweise abgeschossen wurde, war nur folgerichtig. Dann hieß es warten; denn der Wind flaute immer mehr ab. Stundenlang trieben wir um das Startschiff herum und ich überließ mein Boot dem offiziellen Fotografen der Regatta Felix Diemer, der nicht nur großen Spaß am 2.4mR-Segeln fand, sondern auch aus der Steuermanns-Perspektive schöne Bilder schoss.

04-06 august 2022 – day 2 – VSAW – Berlin ©IDM 2.4mR 2022/Felix Diemer

Kurz nach 15 Uhr ging es dann tatsächlich wieder los. Es baute sich ein immer stärkerer NNW-Wind auf, der faire Regatten ermöglichte. Ich kam wieder gut weg und hielt mich auf der rechten Seite, während alle Favoriten links fuhren. Ich hatte schon die Luvtonne auf Backbordschlag anliegen und die beiden ersten der linken Seite kamen mit Steuerbordschlag an. Unklar war noch, wer als Erster die Tonne runden würde. Da kam bei mir von hinten einer der Wannseedampfer an, immer wieder tutend, und überholte mich mit knapp 10 Meter Abstand in Luv, was bei mir natürlich zum Stillstand und im Kielwasser auch noch zur Rückwärtsfahrt führte. Zehn Boote überholten mich damit locker. Auf der anschließenden Vorwindstrecke lief es dann wie geschmiert und ich rundete als Dritter die nächste Tonne. Die anschließende Kreuz vergeigte ich dann zunehmend, so dass letztlich nur ein 16. Platz (von 42 Booten) dabei heraussprang.

Die zweite Wettfahrt des Tages startete ich wieder grandios und führte – teilweise mit sicherem Abstand – das Feld über 1 1/2 von 2 Runden an. Waren es die Nerven oder nur kein anhaltendes Glück – jedenfalls konnte ich mit meinem letztlich 9. Platz noch sehr zufrieden sein. Crewmitglied Freddy Albers, Künstlername Hans Quinn, war es auch, wie sein glückliches Lächeln zeigt.

04-06 august 2022 – day 2 – VSAW – Berlin ©IDM 2.4mR 2022/Felix Diemer

Die dritte Wettfahrt dominierten dann Unvermögen und Pech. Nach 1. Kreuz und Vorwindkurs am Ende des ersten Drittels, wollte ich auf die 2. Kreuz gehen, zog das Großsegel dicht. Das schlackerte aber nur lose in Lee. Der Großschotblock am Heck hatte sich gelöst. Das „nur“ 13 Jahre alte Befestigungs-Bändsel war gerissen. Eher wohl kein Fall für eine Reklamation, aber für die Aufgabe des Rennens; denn der Schaden war auf dem Wasser in keinem Fall reparabel. An Land bekam ich dann mit, dass ich wegen Frühstarts sowieso disqualifiziert war. Anschließend wurde noch eine vierte Wettfahrt gefahren, so dass ich nun bei vier Wettfahrten zwei mit voller Punktzahl hatte. Aber die Meisterschaft war mit diesen Wettfahrten für die anderen Teilnehmer zumindest gerettet. Die letzten Teilnehmer waren allerdings erst um 19.30 Uhr im Hafen, ein wahrhaft reicher Tag nach 9 Stunden auf dem Wasser.

Die fünfte Wettfahrt hatte erhebliche Anlaufschwierigkeiten. Sechs- oder siebenmal versuchte Wettfahrtleiter Robert Niemczewski vom VSaW uns zu starten. Jedesmal musste er vorher oder kurz danach die Wettfahrt wegen Winddrehern abbrechen. Doch dann ließ er es durchlaufen und wir arbeiteten uns an den Winddrehern ab. Bei mir kam erneut ein 9. Platz heraus, was dann den 23. Gesamtplatz brachte, das immerhin schlechteste Ergebnis bei einer Deutschen Meisterschaft von mir.

Insgesamt

  • eine Regatta mit stark wechselnden Höhen- und Tiefengefühlen
  • allerdings in jedem Fall mit Freude auf dem Wasser
  • großartige Unterstützung wieder durch Reiner (den Wolfgang Grupe mit mir zusammen ablichtete)
  • gute und staufreie Hin- und Rückfahrt nach und von Berlin
  • das Ganze ohne Hitzschlag.
Detlef und Reiner

Alle Ergebnisse.

Ein nicht so subjektiver Bericht findet sich unter 2point4.eu.

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One Comment

  • Herzlichen Glückwunsch an Euch ! Reiner wird Deine Frau nicht „ersetzen“ – aber diese Lässigkeit ist schon beeindruckend. Bleibt uns erhalten und gute Fahrt zur nächsten Regatta !

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