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Saukalt, aber herzerwärmend

Saukalt, aber herzerwärmend
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Die erste Regatta des Jahres 2026 führte Reiner und mich zum Baldeneysee am 28. März nach Essen. Frühlingsgefühle kamen nicht auf, denn es war kalt mit maximal 8 Grad und angesagt gefühlten 0 Grad. Als dann auch noch ein ca. einminütiger Hagelschauer auf uns niederging war es wirklich saukalt.


15 2.4mR-Seglern gingen an den Start. Es wehte eine sehr leichte Brise aus Nordwest und Stephan Giesen führte uns ans Ostende des Sees, wo mit Unterbrechungen, aber sehr wenigen Winddrehern eine Wettfahrt beendet wurde. Nachdem ich die Startkreuz gewonnen hatte, blieb ich kurz danach liegen und rund 8 Boote fuhren mit Wind an mir vorbei. Ich schaffte es dann noch auf den 4. Platz, während Anja und Maxi nicht das Zeitlimit schafften (15 Minuten nach dem ersten ins Ziel) und dafür die seltenen TLE-Punkte bekamen (Tie-breaking rule – Gleichstandswertung). Danach wurde gemeldet, dass es in der Mitte des Sees vor dem veranstaltenden Wassersportverein Baldeney gut weht. Alle machten sich also auf den Weg und dann kam der besagte Hagelschauer. Die Motivation der Teilnehmer ging in Richtung Nullpunkt, ebenso allerdings wie der Wind. Also „hatten wir fertig“ für den ersten Tag auf dem Wasser.

Nicht so aber an Land; denn mit beachtlicher Geschwindigkeit heizten die Mitglieder des WSB den Grill an, die vorbereiteten Salate wurden aufgetischt und Warm- und Kaltgetränke gereicht. Der EssenRuhrCityCup ist die einzige Regatta, die ich kenne, bei der Essen und Trinken „all inclusive“ mit dem Startgeld ist und das ist auch noch deutlich geringer als bei anderen Regatten. Nicht alles wird teurer!

Wir haben zwar nicht alles Aufessen können, aber am Sonntag schien dann die Sonne (entgegen den früheren Vorhersagen unserer Mütter: „Du musst aufessen, dann wird schönes Wetter.“)!! Doch draußen hieß es, erst einmal Warten. Der Wind kam und ging. Bis Stephan dann doch startete nach dem Motto „Wenn es zu schlimm wird, kann ich immer noch abschießen.“ Es wurde aber nicht schlimm, sondern mit jeder von den drei Wettfahrten des Tages immer besser. Auch für mich. Die erste gewann ich mit einem Start-Ziel-Sieg. Die zweite fing nicht schlecht an, doch dann sackte ich ab oder verstand die Dreher nicht so gut, wie Stefan (Klötzing), Timo und Frank, die vor mir ins Ziel gingen. Damit war ich Gesamterster, aber es gab noch eine vierte Wettfahrt, die zu einem Streicher führte. Da war jetzt alles offen. Jan, der einen 1., 5. und 11. (möglicher Streicher) gesegelt hatte, startete ganz rechts und kreuzte an der Badewiese auf, ich ganz links am gegenseitigen Ufer und wir kamen beide gleichzeitig an der Luvtonne an. Er mit Wegerecht, ich ausweispflichtig. Also ich am Heck in Tuchfühlung hinterher. Kurz danach überholte ich ihn und so ging es die Vorwindstrecke, die nächste Kreuz und die letzte Vorwindstrecke immer weiter: Positionswechsel in Fünfminutenfolge. Auf der Zielkreuz hielt ich ihn in der Abdeckung und errang den Sieg und damit auch das Gesamtklassement. Hätte Jan diese Wettfahrt gewonnen, wäre ich insgesamt „nur“ Zweiter geworden.
Nach so einem langen Kampf, der darüber hinaus von beiden Seiten auch absolut fair betrieben wurde, war das zum Schluss zugegeben herzerwärmend.

Genauso wie die Gespräche mit alten und neuen Freunden, denn in Nordrhein-Westfalen sind in der letzten Zeit einige „Neue“ dazugekommen, die großen Spass am 2.4er haben und eine feste Basis für die Regatten in diesem Bundesland und damit auch für den EssenRuhrCityCup bilden.

Und letztlich sind auch stets die Preise herzerwärmend mit großen individuellen Anteilen und überwiegend selbstgemacht.

Nicht zu vergessen, die Professionalität der Kranmannschaft, die wie immer die Boote schnell aus dem Wasser und auf die Trailer brachte. Allen Mitgliedern vom WSB sage ich meinen großen Dank, sicherlich auch im Namen der anderen Teilnehmer.

Es war meine 18. Teilnahme beim 22. EssenRuhrCityCup, den es seit 2004 gibt.

Ergebnisliste

Für die Klassenvereinigung hat Stefan Kaste einen Bericht geschrieben. Allerdings erwähnt er nicht, dass er eine nagelneue Super3 segelte, die zwar bei den Beschlägen noch einige Schwächen hatte (von Stefan selbst in letzter Minute angebracht). Der Rumpf und die Verarbeitung machten allerdings einen vorzüglichen Eindruck.

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2 Kommentare

  • Hallo Detlef!
    Vielen Dank für den schönen Bericht! Und natürlich wollte ich im Bericht für die KV Seite meine NEUE 2.4mR erwähnen – habe ich aber komplett vergessen … trotzdem freue ich mich riesig das es bis zur Regatta in Essen mit dem Schiff geklappt hat. Vielen Dank an David Heritage in Cowes!!

  • Stephan Giesen

    Hallo Detlef,
    lieben Dank für den schönen Beitrag zu unserer Regatta. Wir freuen uns auch jedes mal auf „unsere“ 2.4er. Bis spätestens zum nächsten Mal in Essen.

    LG Stephan

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