… sind angeblich verboten, bei einer Regatta auf dem Aasee in Münster sind sie allerdings oft Bestandteil des Spiels. So auch dieses Jahr beim 13. MünsterCityCup am 18. und 19. April. Der Wind schwankte zwischen Südwest und West am Samstag und zwischen Nordwest und West am Sonntag. Beides führt zu gewaltigen Schwankungen, wie der Wind von der Richtung und von der Stärke her auf den See trifft. Und damit wird die Kurswahl zum Glückspiel.
Aber der Reihe nach. Wenn man bereits seit 65 Jahren Regatten segelt, denkt man, man hat alles schon erlebt. Aber es gibt immer noch was Neues. Dieses Mal ist es ein vermeintlicher Nullstart von mir in der ersten Wettfahrt. Ich bin völlig frei und Ulli der kurz hinter mir liegt, fragt mich noch, ob dies unser Start war. Ich bejahe und wir fahren wacker weiter. Genau nach einer Minute kommt ein neues Signal. Ich schau mich um … und der Rest des Feldes startet in vollendeter Formation. Wie ich erst nach längerem Nachdenken ermittlere, ist meine Uhr bei der Synchronisation des Timers beim 2. Signal eine Minute vorgesprungen (warum das passiert ist, kann ich gerne dem Interesssierten demnächst persönlich erläutern). In jedem Fall hieß es nun wieder hinter die Startlinie fahren und dem Feld hinterherhetzen. Dabei kam dann noch ein 10. Platz bei 19 Startern heraus.

Die zweite Wettfahrt starte ich mit den anderen, aber in einer völligen Abdeckung. Viel hin und her mit letztlich dem 6. Platz. Die dritte Wettfahrt läuft gut. Ich bin lange Zeit Dritter hinter Andreas und Ulli, die auf dem Weg zum Luvfass möglichst weit vom Ufer, wo der Wind herkommt, wegbleiben. Ich fahre in der Mitte, bekomme einen raumen bis achterlichen Drücker und rausche in Luv mit Anlieger an ihnen vorbei. Sie müssen zur Tonne noch kreuzen. Vorwind und auf der nächsten Kreuz werden meine Vorsprünge immer größer, so dass ich mit einer halben Seelänge gewinne. Damit ist für diesen Tag Schluss und wir dürfen noch das vorzügliche Abendessen im Segel Club Münster und spannende Gespräche mit den Segelfreunden genießen.
Sonntag, dann das fast gleich Windbild, aber noch extremer. Ich starte hervorragend ganz in Lee, bin Erster an der ersten Tonne und gehe dann auf Vorwindkurs. Doch nur bis zur Mittel des Sees, dann wird es wieder eine Kreuz. Ich visiere am Leetor die linke Tonne an, mehrere Gegner rufen mir zu, ich müsse die rechte Tonne nehmen und dann erst die Ablauftonne. Das war außerordentlich fair gedacht, aber nicht richtig. Bei solchen Windverhältnissen, wo die Vorwindstrecke zur Kreuz wird, kann man sich schon mal vertun, aber der Kurs wird natürlich nicht verändert. Jedenfalls gewinne ich dadurch noch einmal wieder mehr Abstand zu meinen Gegnern. Aber nach zwei Runden in Führung geschieht mit mir genau das, was ich am Vortag Andreas und Ulli angetan habe. Diesmal überholen mich Frank und Ulli an der gleichen Stelle, ganz nach dem Motto mal gewinnt man, mal verliert man (siehe Titel). Letztlich kommt dann noch ein 5. Platz heraus. Nach dieser 4. Wettfahrt und längerem Warten auf gleichmäßige Wind trifft Wettfahrtleiter Uwe Holzhäuser die Entscheidung, uns nicht mehr auf die Bahn zu schicken. Das war weise, hatte er doch schon bei der Begrüßung gemeint „Wer zum Aasee kommt, erwartet keine optimalen Winde.“
Andreas gewinnt den MünsterCityCup 2026 mit gleichmäßigen vorderen Plätzen, allerdings ohne Einzelsieg mit 9 Punkten vor Lutz mit 10 Punkten, der zwar 2 Einzelsiege fuhr, aber dann „schwächelte. Ich kam auf den dritten Platz mit 12 Punkten, punktgleich mit Frank und Holger aufgrund meines Sieges in einer Wettfahrt. Der enge Punktestand vom 1. bis zum 5. Gesamtplatz zeigt aber doch, dass die Glücksgöttin ihr Füllhorn fast gleichmäßig verteilt hat.

Es war meine 10. Teilnahme von 13 am MünsterCityCup. Allerdings stellten Reiner und ich fest, dass wir beide erstmalig 1968 (!) am Aasee gesegelt sind, damals im Piraten.