Professor Dr. Detlef Müller-Böling

Deutsche Meisterschaft 2021: 40 Segler hinter mir!

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Damit war nicht zu rechnen. Bei der diesjährigen Internationalen Deutschen Meisterschaft im 2.4er wurde ich Vierter von 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ein Traumergebnis, wenn man bedenkt: Konkurrenten aus 6 Nationen jeder Altersstufe von U20 bis Ü70, beiderlei Geschlechts (leider nur eine Frau) und behindert oder nicht. Auf gut deutsch also eine sehr diverse Gruppe mit großem seglerischen Potential.

Der 1. Tag begann ruhig: Stundenlanges Warten, kein Wind.

Am 2. Tag dann West- bis Westnordwestwind am Chiemsee mit bis zu 8 Knoten, meist weniger.

Der erste Start gelingt. In der Mitte der Startlinie geht es gut ab. Ich bin gleich in der Spitzengruppe und werde Dritter praktisch zeitgleich mit den beiden vor mir.

Beim zweiten Start werde ich regelwidrig am Pin-End abgedrängt, laufe anschließend in Lee vom Feld voller und bleibe damit an der Spitze dran. Das Luvfass bekomme ich aufgrund eines Winddrehers nicht mehr, muss stehend einen Konkurrenten zum Abdrehen zwingen und drehe nach dem Passieren der Ablauftonne meinen Strafkringel. Jetzt bin ich mitten im Feld etwa bei Platz 10 bis 15. Nach dem Runden der Leetonne wende ich sofort und fahre durch das entgegenkommende Restfeld wieder zur Luvtonne. Das ist der Bringer. Die vor mir waren nach links rausgefahren, hatten dort weniger Wind und ich war Erster. Den Platz hielt ich bis zum Ziel.

In der dritten Wettfahrt hatte ich weniger Glück und konnte mich mit guter Geschwindigkeit letztlich noch auf den 14. Platz vorkämpfen. Die vierte Wettfahrt verlief ähnlich, aber mit einem 8. Platz am Ende wieder etwas weiter vorn. Deutlich war die Überlastung; denn nach diesen vier Wettfahrten war ich „platt“. Dennoch war der dritte Gesamtrang nach dem ersten Tag mehr als zufriedenstellend.

Der 3. Tag brachte mehr Sonne und weniger Wind und zuerst einmal Warten auf dem See bis sich ein nicht ganz stetiger Ostsüdostwind durchsetzte mit Streifen auf dem Wasser, die allerdings keine wirklichen Hinweise gaben, weil 1 Meter höher der Wind anders wehte.

In der fünften Wettfahrt war ich „dran“, kam aber nicht mehr ganz nach vorne. Erneut 8. Platz. Die sechste und letzte Wettfahrt gestaltete sich besonders schwierig. Ohne einen erneuten regelwidrigen Reindrängler, der ohne mein Ausweichen dem Startschiff den Motor abgefahren hätte, hätte ich einen sehr guten Start auf der rechten Seite gehabt (Hätte, hätte, Fahrradkette …). Die Luvtonne war auch schon in guter Reichweite, als von links ein riesiges Feld ankam, so dass ich mich anschließend in den Zwanzigern wiederfand. Das blieb auch Vorwind so. Die nächste Kreuz sollte die letzte sein, denn der Wettfahrtleiter hatte den Kurs verkürzt, so dass an der Luvtonne das Ziel lag. Dass ich es wieder über rechts anlegte, obwohl der Erste zweimal über links gefahren war, zeigt entweder meine Sturheit, das Vertrauen auf den wankelnden Wind oder einfach nur Glück; denn es funktionierte und ich holte gut 10 Schiffe! Mit einem zehnten Platz war ich damit bestens bedient.

Das ergab dann alles in allem den sensationellen vierten Gesamtrang bei dieser Deutschen Meisterschaft.

Zu bemerken ist ansonsten:

  • Leichtwind bleibt meine Stärke.
  • Die U20 segelten stark auf den 14. (Sebastian) und 15. (Moritz) Gesamtrang. Toll!
  • Die Stimmung in der Klasse ist nicht mehr die, die sie einmal war.
  • Reiner ist für mich mittlerweile unentbehrlich am Steg und an Land.
  • Die Silbermedaille für den zweitbesten Behinderten schlug ich aus mit der Begründung: „Im Boot bin ich nicht behindert.“

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Kommentar (1)

  1. Kai Schreiber

    Lieber Detlef, ich habe mich sehr gefreut dich hier bei uns am Chiemsee so munter wieder zu sehen. Leider ergab es sich nicht, dass wir noch mehr Zeit miteinander verbringen konnten. Ich hoffe, dass wir dies nachholen können und vielleicht sind ja dann auch unsere Frauen mit dabei. Von meiner Seite nochmals herzlichen Glückwunsch und alles Gute.

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